Deutscher Nachhaltigkeitspreis Architektur für „Einfach Bauen“

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Deutscher Nachhaltigkeitspreis Architektur / Foto: DGNB e.V.
Deutscher Nachhaltigkeitspreis Architektur / Foto: DGNB e.V.

Düsseldorf, 3.12.2021 – Das Projekt „Einfach Bauen“ im bayerischen Bad Aibling wurde mit Deutschlands renommiertestem
Architekturpreis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die Jury sieht in dem Projekt einen wichtigen Impulsgeber für die
Planungsbranche und die Bauindustrie mit dem Potenzial, eine neue Bauentwicklung auch im Zusammenhang mit der
Kreislaufwirtschaft zu starten. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur wurde in diesem Jahr zum neunten Mal
gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. und der Stiftung Deutscher
Nachhaltigkeitspreis e.V. vergeben. Die Preisverleihung fand heute im Rahmen des 14. Deutschen Nachhaltigkeitstages in
Düsseldorf statt.


„Die Baubranche muss sich in Richtung Nachhaltigkeit wandeln. Das Projekt ‚Einfach Bauen‘ gibt hier im Sinne der Suffizienz einen
wertvollen Impuls und zeigt auf vorbildliche Weise, wie wir in Zukunft bewusster bauen können“, erklärt DGNB Präsident und
Juryvorsitzender Prof. Amandus Samsøe Sattler. „Durch die wissenschaftliche Begleitung und der für die Öffentlichkeit frei
verfügbaren Dokumentation leistet das Projekt herausragende Pionierarbeit, die in der Planungs- und Baupraxis Spuren
hinterlassen wird.“

Einfach Bauen als Wegweiser für eine nachhaltigere Baubranche

Im Rahmen des Projekts „Einfach Bauen“ wurden im bayerischen Bad Aibling mithilfe der Bausubstanzen Leichtbeton, Massivholz
und Mauerwerk drei identische Gebäude gebaut. Diese zeichnen sich durch eine gezielte Reduktion von Baumaterial und einem
vereinfachten Aufbau aus – beides wichtige Schlüssel für kürzere Bauzeiten und geringere Baukosten. Ebenso konnte das
Recyclingpotenzial durch den Verzicht auf Fremdmaterialien um ein Vielfaches gesteigert werden.
Die jeweils einschichtige, monolithische Wandbauweise dämmt ausreichend, die angestrebte klimatische Trägheit wird über die
große thermische Speichermasse erreicht. Um die Heiz- und Lüftungstechnik auf ein Minimum zu reduzieren, wurden sowohl
Volumen als auch Anteil der Fensterflächen über mehr als 2.000 überprüfte Varianten optimiert. Darüber hinaus werden
Konstruktion, Nutzerverhalten, Behaglichkeit und Raumklima über einen längeren Zeitraum hinweg vergleichend bewertet,
wodurch das Projekt wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu Einsparungen in der Gebäudetechnik liefern wird.
Abgesehen vom Einsatz ressourcenschonender Materialien liegen im Verzicht auf komplizierte Haustechnik und der Entwicklung
neuer Konstruktionsweisen wichtige Hebel für eine CO2-neutrale Baubranche. Das Projekt „Einfach Bauen“ bietet auch in dieser
Hinsicht wichtige Impulse. Die Ergebnisse des Langzeitprojektes werden im Sinne des Wissenstransfers über eine Website
kommuniziert, sodass das Projekt als Ausgangspunkt für eine neue und nachhaltige Bauentwicklung fungieren kann.

Casa Rossa und Recyclinghaus als weitere Finalisten

Neben „Einfach Bauen“ hatten es noch zwei weitere Projekte unter die Finalisten beim diesjährigen Wettbewerb geschafft: Das
sanierte Gründerzeitgebäude Casa Rossa in Chemnitz sowie das Recyclinghaus in Hannover, ein Einfamilienhaus, das die
Möglichkeiten der Wiederverwendung von Baumaterialien umfassend auslotet. Der Gewinner des letzten Jahres war das
Holzhochhaus SKAIO in Heilbronn.
Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur wird seit neun Jahren von der DGNB und der Stiftung Deutscher
Nachhaltigkeitspreis gemeinsam vergeben. Die Auszeichnung wird zudem unterstützt durch die Bundesarchitektenkammer, den
Bund Deutscher Architekten, die Bundesstiftung Baukultur sowie Caparol.
Die Jury des Preises setzte sich in diesem Jahr zusammen aus Manfred Belle (Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW), Martin
Haas (haascookzemmrich STUDIO2050), Markus Müller (Architektenkammer Baden-Württemberg), Reiner Nagel (Bundesstiftung
Baukultur), Katja Oldenburg-Schmidt (Hansestadt Buxtehude), Prof. Amandus Samsøe Sattler (DGNB, Allmann Sattler Wappner
Architekten), Marika Schmidt (mrschmidt Architekten BDA) sowie Prof. Antje Stokman (HafenCity Universität Hamburg).
Weitere Informationen sowie die Jurybegründungen im Detail gibt es unter www.nachhaltigkeitspreis.de/architektur und
www.dgnb.de.

Die Beteiligten am Projekt “Einfach Bauen” im Überblick

Bauherr: B&O Gruppe
Architekt: Florian Nagler Architekten
Begleitung: Forschungszentrum Einfach Bauen, TU München
Tragwerksplanung: merz kley partner
Energiekonzept: Transsolar KlimaEngineering
Bauphysik: Horstmann + Berger
Brandschutz: PHIplan

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft,
Kommunen und Forschung. Mit acht Wettbewerben (darunter der Next Economy Award für „grüne Gründer“), über 1.000
Bewerbern und 2.000 Gästen zu den Veranstaltungen ist der Preis der größte seiner Art in Europa. Die Auszeichnung wird
vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen
Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Rahmen für die
Verleihung ist der Deutsche Nachhaltigkeitstag in Düsseldorf, die meistbesuchte jährliche Kommunikationsplattform zu den
Themen nachhaltiger Entwicklung.

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.

2007 gegründet, ist die DGNB heute mit rund 1.500 Mitgliedsorganisationen Europas größtes Netzwerk für nachhaltiges Bauen.
Ziel des Vereins ist es, Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft zu fördern und im Bewusstsein der breiten
Öffentlichkeit zu verankern. Mit dem DGNB Zertifizierungssystem hat die unabhängige Non-Profit-Organisation ein Planungs- und
Optimierungstool zur Bewertung nachhaltiger Gebäude, Innenräume und Quartiere entwickelt, das dabei hilft, die reale
Nachhaltigkeit in Bauprojekten zu erhöhen. Dabei fußt das DGNB System auf einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis, das
die Umwelt, den Menschen und die Wirtschaftlichkeit gleichermaßen einbezieht. Über die Fort- und Weiterbildungsplattform
DGNB Akademie wurden zudem bereits über 5.500 Personen in 45 Ländern zu Experten für nachhaltiges Bauen qualifiziert.

Quelle: news aktuell GmbH / presseportal.de

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