Spotlight: Concular – Das Ökosystem für ressourceneffizientes Bauen

Das Startup Concular ist ein digitales Ökosystem für zirkuläres Bauen. Grafik: © Concular
Das Startup Concular ist ein digitales Ökosystem für zirkuläres Bauen. Grafik: © Concular

Zu Gast im Klimaforum Bau Spotlight stellt sich dieses Mal das Start-up Concular vor. Concular ist “das Ökosystem für zirkuläres Bauen in Deutschland”. Mittels digitaler Materialpässe, umweltschonendem Rückbau und der Vermittlung von geprüften, zirkulären Baustoffen ermöglichen sie es, Ressourcen effizient zu nutzen und so die Emissionen der Baubranche zu senken.

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Das Start-up Concular

Concular ist die digitale Plattform für ressourceneffizientes Bauen. Materialien in Bestandsgebäuden werden mittels Materialpässen digitalisiert und bei einem Rückbau in der Materialdatenbank zur Verfügung gestellt. Architekturbüros können dann ihren Bedarf in neuen Projekten mit dem Angebot in der Datenbank abgleichen. Bei einem Match kümmert sich Concular darum, dass die Materialien von der Rückbau- zur Neubaustelle kommen und misst dabei das eingesparte CO₂ und den vermiedenen Müll.

Was ist das Neue am Geschäftsmodell?

Bisher war die Wiederverwendung von Baustoffen nahezu nicht existent, da der Prozess nicht holistisch betrachtet wurde und nur Insellösungen existieren. Concular digitalisiert Materialien im Bestand als digitale Material- und Produktpässe und macht die Wiederverwendung durch ein Matching von Angebot und Nachfrage sowie der Organisation von lokalen Lieferketten bis zum Wiedereinsatz einfach und praktikabel. Dabei wird die Vermittlung ökobilanziert und Kosteneinsparungen berechnet, um eine wirtschaftliche und ökologisch-sinnvolle Wiederverwendung zu ermöglichen.

Concular basiert auf den Erkenntnissen und Daten von acht Jahren Aufbau von restado.de – Europas größtem Marktplatz für wiedergewonnene Baustoffe. Im Jahr 2019 und 2020 haben dabei die Gründer mehr als 100 Interviews mit allen Akteur:innen in der Baubranche durchgeführt, um die Hindernisse der Wiederverwendung zu identifizieren und Lösungen zu erarbeiten. Unterstützt wird das Team durch die Mitinitiatorin Prof. Dr. Linda Hildebrandt.

Concular schafft eine effiziente End-to-End-Lösung, die projektbegleitend, digital und kollaborativ Materialkreisläufe im Gebäudesektor schließt.

Welchen Beitrag leistet das Unternehmen mit seinem Geschäftsmodell zum Thema Nachhaltigkeit?

Der Bausektor ist der größte Umweltverschmutzer der Welt. 40 Prozent des CO₂-Ausstoßes und 60 Prozent des Abfalles stammen aus dieser Branche. Der Fokus der letzten Jahrzehnte lag dabei vor allem auf der Energieeffizienz während der Betriebsphase. Jedoch entsteht bereits die Hälfte des CO₂-Ausstoßes bei Herstellung und Bau. Die Herstellung von Materialien ist sehr ressourcen- und energieintensiv, der Ursprung von Material liegt oft in Ländern mit prekären Arbeitsbedingungen und erfordert globalisierte Lieferketten. Nach Ende der Lebenszeit des Gebäudes werden die Materialien deponiert oder minderwertig recycelt. Viele davon können jedoch wiederverwendet werden – dies geschieht aktuell aber nur in unter 1 Prozent der Fälle.

Concular ermöglicht eine großflächige und skalierbare Möglichkeit Materialien wiederzuverwenden, um damit CO₂, Abfall und Ressourcen einzusparen. Durch die Wiederverwendung verringert sich der Ressourcenverbrauch immens. Dabei ist es möglich, bis zu 20 Prozent des globalen CO₂- und 30 Prozent des Ressourcenverbrauchs, einzusparen. Zusätzlich können viele neue Jobs geschaffen werden, um Material zu prüfen, aufzubereiten oder weiterzuverarbeiten. Auch hat das Geschäftsmodell einen direkten Einfluss auf die SDGs 11, 12, 13 und 15. Die realisierten Einsparungen (z. B. CO₂ und Abfall) weist Concular mit einer eigens entwickelten Ökobilanzierungsmethode nach – so wird Impact messbar.

Beispielprojekte

Karstadt am Hermannplatz, Foto: Jörg Zägel/wikimedia, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Mitten in Berlin wird das traditionsreiche Karstadt-Gebäude am Hermannplatz umgebaut. Concular hat über 40.000 m² digitalisiert und wird die Baustoffe wieder in den Umbau, oder in andere Bauprojekte im Umkreis von Berlin, einbringen.

EDEKA Einkaufszentrum in Germering, Foto: Concular

Bauteile aus dem EDEKA Einkaufszentrum in Germering wurden mit Hilfe von Concular digitalisiert und vermittelt, um das Abfallaufkommen zu senken. 60 Prozent der erfassten Bauteile wurden wiedereingebracht.

Über das Klimaforum Bau Spotlight

Mit dem “Spotlight” (deutsch: Rampenlicht) startet das Innovations- und Kommunikationsnetzwerk Klimaforum Bau eine Veranstaltungsreihe, in der innovative und wegweisende Projekte, Start-ups, Forschungen und Konzepte rund um das klimagerechte Planen und Bauen vorgestellt werden. In einem kompakten Online-Format von rund 60 Minuten stellen Experten ihres Metiers ihre Arbeit vor und beantworten anschließend Fragen der Zuschauer.

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